Xantener Guardians

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Gelebte Inklusion auf dem Spielfeld

Manchmal reicht ein Gespräch, um die Perspektive zu verändern. So war es auch bei der Podiumsdiskussion des Stadtsportverbandes, als ich mit Niklas, dem engagierten Kopf hinter den Xantener Guardians, ins Gespräch kam. Ich war sofort beeindruckt, mit welchem Einsatz er dieses inklusive Rollstuhlsport-Team aufbaut. In einer Region ohne viele vergleichbare Mannschaften ist das ein echtes Alleinstellungsmerkmal – ein USP, auf den Xanten stolz sein kann.

Inklusion beginnt beim Miteinander

Für mich beginnt gelebte Inklusion nicht nur bei barrierefreien Gebäuden, sondern im täglichen Austausch auf Augenhöhe. Genau das habe ich erlebt:

  • Materiallagerung: Momentan befindet sich das Equipment auf den Schränken der Gymnasiumshalle. Für die engagierten Ehrenamtlichen, die die Mannschaft unterstützen, ist dies nur umständlich erreichbar. Ein abschließbarer Spind oder ein fester Korb wären eine einfache, aber sehr hilfreiche Lösung.
  • Hallenkapazität: Aufgrund der schnellen Rollstuhlbewegungen fehlt die nötige Auslauffläche – eine größere Halle wäre hier ein wichtiger Sicherheitsgewinn.

Ein glücklicher Zufall ließ mich das Training live miterleben – und ich war tief berührt: Leidenschaft, Teamgeist und die Freude am Miteinander waren überall spürbar.

Ohne Unterstützung kein Start – Danke an SV Vyma

Besonders wichtig hervorzuheben: Ohne die Unterstützung des SV Vyma (Vynen-Marienbaum) wäre die Gründung der Xantener Guardians nicht möglich gewesen. Der Verein hat die Basis geschaffen, damit Inklusion im Sport in Xanten nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern mit Leben gefüllt wird.

Blick über die Region hinaus

  • In Essen spielt beispielsweise Rollstuhl-Hockey beim traditionsreichen TUSEM Essen – ein Beleg dafür, dass inklusive Sportangebote bereits fest im Vereinsleben verankert sind.
  • In der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) ist Ruhr Rollers Essen aktiv, und auch die Hurricans Bochum zählen regelmäßig zur Spitzengruppe – aktuelle Platzierungen belegen ein hohes sportliches Niveau.
  • Der Rollstuhlclub Köln ist seit über 50 Jahren ein Motor der Inklusion. Mit über 120 Mitgliedern bietet er Sportarten wie Basketball, Rugby, Tischtennis und E-Hockey an und verbindet Vereinsleben mit gesellschaftlicher Teilhabe.

Auch landesweite Initiativen wie „Wir sind Rollstuhlsport“ zeigen, wie Events Breitenwirkung entfalten und zur Vernetzung beitragen – sei es in Form von Mitmachaktionen oder Tandem-Angeboten für Menschen mit und ohne Rollstuhl.

Aktuelle Entwicklungen – was sagt der Sportreport?

  • Laut dem aktuellen Sportentwicklungsbericht (DOSB/DBS) engagieren sich nur noch 23 % der Sportvereine regelmäßig für Menschen mit Behinderung – ein Rückgang gegenüber 2022. Ebenso gingen die Zahlen der lizenzierten Übungsleitungen im Behindertensport um mehr als 15 % zurück.
  • Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) betreut mit über 300 angeschlossenen Vereinen rund 9.000 Rollstuhlsportler:innen – eine beachtliche Basis für Inklusion im Sport.
  • Ergänzend unterstützt die Stiftung Deutscher Rollstuhlsport (SDRS) seit über 20 Jahren Projekte wie das Rollstuhl-Rugby-„Bernd Best“-Turnier oder inklusive Aktionstage.

Fazit: Xantener Guardians im Kontext

Was Niklas, die Ehrenamtlichen und das gesamte Team leisten, ist weit mehr als nur ein Beitrag für Xanten – es ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was Inklusion wirklich bedeutet: Teilhabe, Begegnung und gemeinsames Wachstum. In einer Zeit, in der das Engagement in vielen Vereinen zurückgeht, zeigen die Xantener Guardians gemeinsam mit dem SV Vyma, wie viel menschliche und gesellschaftliche Kraft in inklusivem Sport steckt.

Sie sind mehr als ein Team – sie sind ein Vorbild für die Region. Und genau solche Initiativen verdienen unsere Anerkennung, Aufmerksamkeit und aktive Unterstützung.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte oder jemanden im Bekanntenkreis hat, der gern im Team dabei sein möchte, der meldet sich bitte direkt bei Niklas.

Herzlichen Dank für die Einblicke!

Sportliche Grüße
Rafael