Mehr Leben in Xantens Innenstadt

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Welche bewährten Konzepte aus anderen Städten lassen sich auf Xanten übertragen?

Ein Teil der Rückmeldung aus meiner Bürgerumfrage war die Frage nach mehr Angeboten für Familien und Kinder – insbesondere in den Sommerferien. Gleichzeitig wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger mehr Leben auf dem Markt und in der Innenstadt.

Das hat mich an ein ganz besonderes Event erinnert, das ich kürzlich bei einem Besuch in Haan erleben durfte: den Haaner Sommer.

Der Haaner Sommer – Stadtstrand mitten im Zentrum

Seit 2007 verwandelt sich der Neue Markt in Haan jeden Sommer in eine kleine Oase: mit echtem Sand, Liegestühlen, Spielgeräten und einem Programm, das Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren gleichermaßen anspricht.

Was als Idee engagierter Bürger begann, ist heute ein fester Bestandteil des Stadtlebens geworden. Getragen wird das Projekt vom Verein Haaner Sommer e. V., in Zusammenarbeit mit vielen ehrenamtlichen Helfern, Sponsoren und lokalen Partnern – ohne städtische Förderung, aber mit viel Herzblut.

Was bietet der Haaner Sommer?

  • Feiner Sand – bis zu 150 Tonnen mitten auf dem Platz, gepflegt und liebevoll hergerichtet
  • Beach-Sport – Beachvolleyball, Fußball, Handball oder einfach barfuß toben
  • Familienangebote – Sandburgenbauen, Lesen im Liegestuhl, Kindertage, Spielecken
  • Kulturelle Highlights – Konzerte, Lesungen, Filmabende, Diskussionsrunden, White Dinner
  • Ehrenamt & Begegnung – Tage des Ehrenamts, Mitmachaktionen, Nachbarschaftstreffen

Das alles kostenfrei, offen für alle – und für sechs Wochen im Herzen der Stadt.

Was können wir für Xanten daraus mitnehmen?

Ein Stadtstrand mitten in Xanten – mit Sand, Sport, Kultur und Begegnung – könnte ein besonderes Highlight im Sommer sein. Aber ist das wirklich nötig, wenn wir mit dem Freibad und der Plaza bereits zwei Orte mit Strandatmosphäre haben? Vielleicht ja – als Ergänzung und nicht als Konkurrenz.

Mögliche Standorte:

  • Marktplatz – mitten in der Stadt, gute Erreichbarkeit, hohe Sichtbarkeit. Man könnte für diese Zeit die Parkplätze am Markt nutzen, so dass weiterhin der Marktplatz für Marktstände & andere Veranstaltungen genutzt werden kann.
  • Kurpark – mehr Grün, entspannteres Umfeld, eventuell weniger Belastung für direkte Anwohner. Dennoch bliebe die Nähe zum Stadtkern.

5 Dinge, die wir für uns nutzen können:

  1. Innenstadt als Erlebnisort
    Der Marktplatz soll mehr sein als ein Durchgangsort – er wird zum lebendigen Treffpunkt für Begegnung, Bewegung und Kultur. Xanten hat kulturell bereits viel zu bieten, doch wie schaffen wir zusätzlich Angebote, die auch Familien mit Kindern ansprechen?
  2. Sport, Spiel & Kultur für alle Generationen
    Ein vielfältiges Programm, das Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren gleichermaßen begeistert, stärkt die Gemeinschaft und macht den Sommer in Xanten zu einem Erlebnis für alle.
  3. Ehrenamt stärken
    Ohne freiwillige Helferinnen und Helfer geht es nicht – sie sind das Herz unserer Gemeinschaft. In Xanten gibt es noch großes ungenutztes Potenzial. Ziel ist es, das Ehrenamt sichtbarer zu machen, Hürden abzubauen und neue Engagierte zu gewinnen – damit der Xantener Sommer von allen für alle gestaltet wird.
  4. Finanzierung durch Partnerschaften
    Erfolgreiche Beispiele wie der Haaner Sommer zeigen: Großartige Veranstaltungen gelingen auch ohne hohe städtische Zuschüsse. Xanten hat bereits Formate wie den City-Lauf oder den Triathlon, die durch Sponsoren, lokale Unternehmen und Spenden getragen werden. Dieses Modell kann Vorbild für den Xantener Sommer sein.
  5. Wertschätzung und Miteinander
    Wer sich einbringt, fühlt sich verbunden – und wer Verantwortung übernimmt, identifiziert sich mit dem Projekt. So entsteht ein gemeinsamer Stolz, der den Xantener Sommer weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlen lässt.

So könnte es aussehen:

  • Ein Wochenprogramm mit festen Thementagen: z. B. Familienfreitag, Seniorennachmittag, Sportsonntag
  • Beteiligung von Xantener Vereinen, Schulen und Künstlern
  • Finanzierung über lokale Sponsoren, Spenden und Fördermittel
  • Ein Trägerverein als Plattform für Organisation, Ehrenamt und Kommunikation

Offene Fragen:

  • Wie sehen es die Anwohner? Zu viele Veranstaltungen bedeuten für manche mehr Leben in der Stadt – für andere vielleicht zu viel Lärm.
  • Wo wäre der Nutzen am größten: zentral auf dem Marktplatz oder in ruhigerer Lage im Kurpark?
  • Lässt sich der Stadtstrand so gestalten, dass er bestehende Angebote wie Freibad und Plaza ergänzt statt ersetzt?

Fazit: Gemeinsam für ein lebendiges Xanten

Ein Stadtstrand könnte die Innenstadt spürbar beleben – gerade in den Sommermonaten, in denen viele den direkten Weg ins Freibad oder an die Plaza wählen. Er wäre ein sichtbares Zeichen für Familienfreundlichkeit, Gemeinschaft und kreatives Ehrenamt. Gleichzeitig dürfen wir die Fragen nach Standort, Lärmbelastung und der Ergänzung zu bestehenden Angeboten nicht ausblenden.

Vielleicht liegt der Schlüssel in einer flexiblen Umsetzung: ein zentraler „Xantener Sommer“-Stadtstrand als Highlight, ergänzt durch eine mobile, abgespeckte Roadshow – ähnlich einem Feierabendmarkt – in verschiedenen Ortsteilen. Ohne tonnenweise Sand, aber mit Musik, kleinen Sportangeboten, Kultur und Treffpunkten für Familien. So könnten wir nicht nur die Innenstadt, sondern auch die Ortschaften beleben – und das auch unter der Woche.

Am Ende geht es um mehr als Sand: Es geht um ein neues Miteinander, mehr Austausch zwischen den Generationen und ein Angebot, das die Vielfalt Xantens widerspiegelt.

👉 Was meinst du – ist der „Xantener Sommer“ eine Chance oder gibt es bereits genügend ähnliche Angebote?

Mehr Informationen zum Haaner Sommer: https://haaner-sommer.de/

Lass uns ins Gespräch kommen. Ich freue mich über deine Meinung.

Herzliche Grüße
Rafael Zur
Bürgermeisterkandidat für Xanten