Feierabend-Wanderung in Birten

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Geschichte erleben und Zukunft mitgestalten

Am heißesten Tag der Woche traf sich eine kleine, motivierte Gruppe zur Feierabend-Wanderung in Birten. Trotz Hitze herrschte eine tolle Stimmung – und wir konnten gemeinsam spannende Ecken des Ortes entdecken, die Historie spüren und über aktuelle Entwicklungen diskutieren.

Birten – ein Stadtteil voller Geschichte

Birten, heute ein Stadtteil von Xanten mit knapp 1.800 Einwohnern, war einst Standort des römischen Legionslagers Vetera. Hier stand eines der bedeutendsten Militärlager des Römischen Reiches nördlich der Alpen. Das heutige Birten gliedert sich in Oberbirten, idyllisch am Fürstenberg im Wald gelegen, und Unterbirten, eingebettet in die Altrheinlandschaft nahe der Bislicher Insel.

Sehenswürdigkeiten wie die Kirche St. Viktor, die Burg Winnenthal, das Haus Fürstenberg und die Kreuzkapelle erinnern an die bewegte Geschichte und prägen bis heute das Ortsbild.

Amphitheater Birten – vergessener Schatz ohne Priorität

Eines der spannendsten Ziele unserer Wanderung war das Amphitheater Birten. Ursprünglich von den Römern errichtet, fasste es einst rund 6.000 Zuschauer. Später wurde es zur Bühne für die Xantener Sommerfestspiele, zuletzt genutzt bis 2012. Heute wirkt der Ort wie ein Lost Place, voller Charme, aber auch voller ungenutzter Möglichkeiten.

Das für 2022 vorgesehene Investitionspaket von rund 800.000 € wurde abgelehnt – angesichts der aktuellen Haushaltslage nachvollziehbar. Eine Renovierung oder ein Ausbau sind derzeit nicht geplant. Auch auf der Prioritätenliste der Stadt Xanten ist das Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Verein, der sich einst für die Nutzung einsetzte, zeigt aktuell keine Aktivität.

Dabei wäre schon mit überschaubarem Aufwand – Freischneiden, Laub kehren, Flächen reinigen, Bänke abschleifen und streichen – viel erreicht. Kinoabende oder Sommerkonzerte mitten im historischen Ambiente wären für Birten und ganz Xanten ein Gewinn. Wer wäre dabei?

Mehrparteienhaus in Birten – Bürgerbeteiligung gefragt

Aktuell sorgt ein Mehrparteienhaus-Projekt in Birten für Diskussion. Kritisch betrachtet wird vor allem die mangelnde Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Viele fragen sich: Warum werden Anwohner nicht frühzeitig informiert und beteiligt? Warum werden ihre Sorgen nicht ernst genommen?

Die Erfahrung zeigt: Frühzeitige Transparenz schafft Vertrauen. Das Beispiel des geplanten Krematoriums in Birten ist vielen noch im Gedächtnis. Auch dort wurden die Anwohner erst spät eingebunden – mit dem Ergebnis, dass die Pläne letztlich nach massiven Protesten und politischen Diskussionen, sowie einem Gerichtsurteil verworfen wurden.

Beim Mehrparteienhaus darf sich diese Geschichte nicht wiederholen. Zwar können nicht alle Wünsche umgesetzt werden, aber offene Kommunikation und Beteiligung helfen, Konflikte zu vermeiden und bessere Lösungen zu entwickeln.

Kirche, Friedhof und ein gelungener Ausklang

Unsere Wanderung führte uns weiter zur Kirche St. Viktor und über den angrenzenden Friedhof, der mit seinem Waldfriedhof-Flair beeindruckte. Ein Ort der Ruhe, der Birten zusätzlich eine besondere Atmosphäre gibt.

Zum Abschluss kehrten wir im Urlaubsjuwel ein – dem ehemaligen „van Bebber“. Hier hat die Familie Zumbusch einen wunderbaren Ort geschaffen: gemütlich, herzlich, mit toller Atmosphäre drinnen und draußen. Ein echtes Highlight, das ich mit Sicherheit noch öfter besuchen werde.

Fazit: Birten entdecken, Zukunft mitgestalten

Birten lebt von seinen Menschen, seiner Geschichte und den kleinen Schätzen, die man oft erst auf den zweiten Blick entdeckt. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir uns gemeinsam für unsere Orte stark machen.

Mich beschäftigt besonders die Frage: Gibt es noch Engagement in unseren Reihen zur Wiederbelebung des Amphitheaters? Ist der Verein noch aktiv? Leider konnte ich hierzu keine Klarheit finden – daher meine Bitte: Wer etwas weiß oder sich einbringen möchte, möge gerne Kontakt zu mir aufnehmen.

Ich wünsche euch allen eine schöne letzte Ferienwoche und einen erholsamen Sonntag.

Herzliche Grüße
Rafael Zur
Bürgermeisterkandidat für Xanten